Pferd International in München-Riem 2016

Isabell Werth

Isabell Werth: Projekt Olympia in Angriff genommen

München-Riem – Ein Hauch von Olympischen Spielen wehte heute über die Pferd International München, als Deutschlands erfolgreichste Dressurreiterin Isabell Werth an den Start ging. Denn die fünfmalige Olympiasiegerin hat sich Rio als Ziel gesetzt und das scheint gar nicht so weit entfernt zu sein. Zwar muss sie – krankheitsbedingt – auf ihre beiden Starpferde Bella Rose und Don Johnson verzichten, doch ihr Nachwuchs, der zehnjährige braune Westfale Emilio scheint auf einem guten Weg zu sein. Mit über 80 Prozent setzte sich die Rheinbergerin im Grand Prix Special in der Fünf-Sterne-Tour an die Spitze. „Das war eine Spitzenrunde bei meinem Saisonauftakt im Freien“, freute sich die 46-Jährige und auch Bundestrainerin Monica Theodorescu war begeistert: „Die Galopptour und auch die Piaffen waren sensationell.“

Im Louisdor-Preis, dem Grand Prix für Nachwuchspferde, hatte sich nach ihrem Sieg in der Einlaufprüfung erneut die Ebersbergerin Ursula Wagner mit dem neunjährigen Oldenburger Dilenzio an die Spitze gesetzt. „Gestern bin ich ausgeritten und danach war er auf der Koppel“, schilderte die 37-jährige gebürtige Wolfratshausenerin das entspannte Leben ihres Vierbeiners und auch Chefrichterin Katrin Wüst kommentierte: „Da sieht man, wie man auch auf diese Weise zum Erfolg reiten kann.“
Mit einem Doppelschlag hatte Ingrid Klimke die Einlaufprüfung zum NÜRNBERGER Burg-Pokal für sich entschieden. Die sympathische Reiterin gewann den Wettbewerb im Sattel der achtjährigen Rheinländer Stute Geraldine und holte sich mit dem achtjährigen Hengst Franziskus auch noch die silberne Schleife. Die zwölf besten Paare der Einlaufprüfung treten am Sonntag ab neun Uhr zum Wettstreit um das Finalticket im NÜRNBERGER Burg-Pokal an.
Hans-Peter Schmidt, Initiator der Prüfungsreihe, Präsident des Bayerischen Reit- und Fahrverbands und Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), sieht in den geforderten Lektionen wichtige Standards gesetzt, die das Fundament für spätere Höchstleistungen bilden. Aktuell geht diese Serie in ihr 25. Jahr und ist bei Aktiven und Veranstaltern ein Fixpunkt. 1992 erstmalig durchgeführt, ist sie Meilenstein in der Entwicklung junger Dressurpferde und gilt als bedeutendste Maßnahme zur Nachwuchsförderung überhaupt.

Auch im Parcours gab es für die rund 18.000 Zuschauer, die allein am Samstag auf die Olympia-Reitanlage gekommen waren, Top-Sport zu sehen. Das Hauptereignis des Tages, das Championat von München, ein Drei-Sterne CSI, gewann Andreas Knippling aus dem westfälischen Hennef mit Tannenhofs Chacco Chacco. Im folgenden Schwedenpreis powered by Volvo, einem Barrierenspringen CSI*** sorgte Maximilian Lill für Begeisterung bei den bayerischen Fans. Der Münchner Springreiter fegte mit seinem Capuccino als Einziger fehlerfrei über die letzten Hürden und holte sich verdient den Sieg. Am Vormittag war bereits die Munich Trophy auf dem großen Hufeisenpatz über die Bühne gegangen, welche Amateuren im Springsattel eine Startchance bietet. Vor allem der Reiternachwuchs darf sich hier auf olympischem Boden bewähren. Der Sieg in der höchsten der drei Prüfungen ging an Kristin Asmus vom Schweizer Hof mit Concetta.

„Das ist Wahnsinn, was hier heute für eine Stimmung herrschte“, brachte es Jürgen Blum als Turnierleiter am Ende des Tages auf den Punkt und meinte damit nicht nur die Dressur- und Springprüfungen, das bunte Schauprogramm und die Messe, sondern auch die Reiter der Working Equitation, die hier ihren Europameister kürten. Gold in der Einzelwertung ging an den Portugiesen Vasco Godinho mit Trigo und Silber an seinen Landsmann Eduardo Almeida mit Santo. Einen sensationellen Bronzerang schaffte der Deutsche Mihai Maldea mit Candy. Morgen stehen die Titelkämpfe in der Mannschaftswertung an.

Quelle: Martina Scheibenpflug
Foto: © CMS-MEDIEN.EU

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