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Pferd International 2015: Patrick Kittel erfolgreich

Pferd International 2015: Patrick Kittel erfolgreich

World Dressage Masters Finale in München 2015

Patrik Kitttel konnte es kaum fassen: Mit einer beinahe fehlerlosen Vorstellung hatte der Schwede am letzten Tag der Pferd International in München-Riem das Finale A der WDM (World Dressage Masters), der teuersten Dressurserie der Welt für sich entschieden. Unbeirrt tanzte sein 16-jähriger Watermill Scandic auf der Olympia Reitanlage durch die Grand Prix Kür, zeigte Piaffen und Passagen wie am Schnürchen und sammelte am Ende 78,25 Prozent. Das bedeutete zwar nur Platz 4 in der Kür, aber den Gesamtsieg in der Serie und somit auch die 25.000 Euro Prämie, die die NÜRNBERGER Versicherung als Bonus ausgeschüttet hatte.

„Ich glaube, auf das Rentenalter muss Watermill noch ein bisschen warten, so frisch wie er sich heute gezeigt hat“, kommentierte der blonde Schwede seinen Ritt. Auch Chefrichterin Kathrina Wüst zollte dem Erfolgspaar großes Lob. „Selten sieht man ein Pferd, das so taktrein geht.“ Ins- gesamt gab es auch am Sonntag noch einmal hochkarätigen Dressursport in der NÜRNBERGER Dressur-Arena zu sehen. Siegerin in der Kür wurde Mannschafts-Weltmeisterin Kristina Sprehe, die ihren 14-jährigen Hannoveraner Hengst Desperados FRH zu mitreißenden Musikklängen vorstellte und das Publikum damit begeisterte. „Ich bin diese Kür seit einigen Monaten nicht mehr geritten und habe im Verlauf der Prüfung immer mehr gemerkt, wie Desperados sich entspannt hat“, kommentierte die 29-jährige ihren Ritt.

Die silberne Schleife holte sich hier der gebürtige Bayer Steffen Peters, der seit vielen Jahren in den USA lebt und Mitglied der amerikanischen Nationalmannschaft ist, auf Legolas. „Das war die Kür meines Lebens, so gut ist mein Pferd noch nie gegangen“, freute sich Peters, der die Oberbayerin Jessica von Bredow-Werndl auf Platz 3 verwies. Die allerdings absolut glücklich mit dieser Leistung auf Unee BB war. „Heute war es ein bisschen wie beim Tanzen, Unee hat manchmal die Führung übernommen“, lachte die Aubenhausenerin, die den eleganten schwarzen Hengst mit leichter Hand durchs Viereck gelenkt hatte. Erst vor zwei Wochen hatte die Amazone mit Unee BB den 3. Platz beim Weltcupfinale in Las Vegas belegt, ein Erfolg, von dem sie zwar immer noch gerne träumt, der sie aber nicht „abheben“ lässt. „Die Tiere erden uns und meine jungen Pferde halten mich am Boden“, so die 29-jährige, die sich auf der heimischen Reitanlage in Aubenhausen hauptberuflich der Ausbildung von Nachwuchspferden verschrieben hat.

Einen weiteren bayerischen Achtungserfolg gab es übrigens im Preis der Marburg Dressage GmbH, der CDI U 25 Grand Prix Kür. Hinter der Niederländerin Jill Huybregts auf Zamacho und ihrer Landsfrau Romy Peijen mit Rex sicherte sich Sarah Erlbeck vom Gut Daxau bei Erding mit ihrem Amichelli den 3. Platz.

In der Qualifikationsprüfung zum NÜRNBERGER Burg-Pokal lief es bestens für Carola Koppelmann. Die Warendorferin holte sich mit ihrem Sandiego die goldene Schleife, nachdem sie zuvor bereits die Einlaufprüfung gewonnen hatte. Das Ticket für’s Finale in Frankfurt ist damit gesichert. Große Freude herrschte auch bei Kristina Sprehe, die mit dem imposanten Oldenburger Hengst Fürst Fugger auf dem 2. Platz landete. „Das war nach zwei Jahren Pause unser zweiter Turnierauftritt“, lobte die junge Frau ihren Vierbeiner.

Dritte im Bunde war mit Anja Plönzke ein echter Dauergast im NÜRNBERGER Burg-Pokal. Sie stellte sich mit ihrem Hengst Revolverheld NRW und definierte auch gleich ihr Saisonziel: „Das ist klar die Qualifikation für die Frankfurter Festhalle“, betonte sie. Die Grundvoraussetzungen sind gut – immerhin hat Revolverheld schon 13 Siege in der Klasse S einfahren können. Der NÜRNBERGER Burg-Pokal gilt mittlerweile als weltweit wichtigste Prüfung zur Nachwuchsförderung. Hans-Peter Schmidt, Präsident des Bayerischen Reit- und Fahrverbands und Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), sieht hier Standards gefordert, die die Basis für spätere Höchstleistungen bilden. Der Ehrenaufsichtsratsvorsitzende des Namensgebers NÜRNBERGER Versicherungsgruppe und Ideengeber der Reihe legt großen Wert auf den partnerschaftlichen Umgang mit den Pferden. „Gerade hier in München haben wir ein sehr qualitätsvolles Starterfeld gesehen“, sagte er.

Spannung herrschte am Nachmittag rund um den Springplatz, als zum krönenden Abschluss der Große Preis von Bayern als Preis des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Bühne ging. In zwei Umläufen wurde dieses CSI*** ausgetragen, in der zweiten Runde waren noch die besten 15 Reiter startberechtigt. Und da gab es doch glatt eine Wiederholung vom letzten Jahr: Wieder war es der Reiter aus Neuseeland, der sich schließlich die goldene Schleife ersprang. Bruce Goodin, fünfmaliger Olympiateilnehmer, war mit Centina an den Start gegangen, sauste fehlerfrei durch beide Runden und machte die Rechnung am Ende leicht. Zum ersten Mal übrigens gelang es damit in der 30-jährigen Geschichte der Pferd International einem Sieger im Großen Preis, diesen Triumph zu wiederholen.

Auf Platz 2 rangierte der Münchner Rüdiger Renner mit Celano, für den diese Platzierung eine der wichtigsten seiner sportlichen Karriere bedeutet. „Mein Pferd war heute top in Schuss, darum habe ich im Stechen noch mal richtig Gas gegeben und mit dieser Strategie Erfolg gehabt“, freute sich der Reiter, der Celano 5-jährig gekauft und selbst ausgebildet hat.

Freude herrschte auch auf Seiten des Veranstalters. Mit über 60.000 Zuschauern konnte die Hippo Pferde Veranstaltungs GmbH durchaus zufrieden sein. „Wir haben drei traumhafte und einen guten Tag gehabt“, stellte Bernhard Graf von Ballestrem fest, der als Turnierleiter fungierte. „Wenn man die Menschenmassen durch die Gänge strömen sah, da ging einem richtig das Herz auf.“

Quelle: Martina Scheibenpflug
Foto: (c) H. Sedlmayr

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